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Geschrieben von Gilbert Plugowski, am 27-05-2008 18:45

Seit neustem gehöre ich zum elitären Kreis der "Wuhun"-Abonenten, oder auf deutsch ausgedrückt: Der FAZ Leser unter den TaijiLern Zunge rausWinken

Dort habe ich in Heft 8 einen interessanten Artikel gelesen. Ein enthusiastischer Schüler beschreibt seinen Weg und den derzeitigen Status des Taiji, respektvoll und doch kritisch. Ihm ist die kämpferische Auseinandersetzung wichtig, ohne das er ein Schläger ist. Aber warum eine Kampfkunst ausüben, wenn man sie nicht einmal in abgesprochenem Rahmen anwenden kann? Über verschiedene Lehrer und Stile hinweg beobachtet er, dass es kaum Lehrer gibt, die auch nur im Ansatz an einen Chen Fake heranreichen, bzw. an dessen unglaubliche Fähigkeiten. Er stellt vielen Lehrer sogar ein großes Maß an Unverständnis der tieferen Methodik des Taijiquan aus und plädiert für eine schnörkellose von philosophischen Konzepten (zumindest auf der Anfängerstufe) befreiten Unterrichtsdidaktik.

Auch bei uns wird die Stehende Säule "vergöttert" und auch bei uns halten sich die LehrerInnen eher bedeckt, wenn es um kämpferische Anwendung geht. Damit die mir ist schon in manchem Punkt im Training aufgefallen, dass in den Punkten, wo die "Lehre" erhalten und lebendig ist, die Erklärungen bei uns exzellent sind und überall dort in das Nebulöse und Philosophische abdriftet, wo eigentlich die Übertragung verloren gegangen ist. 

Im Netz kursieren einige Berichte über Lehrer,  die ohne Betonung auf Zhang Zhuan zu beachtlichem Können gelangt sind, und deren Schüler ihnen, im Verhältnis, nicht nachstehen. Mir selbst ist die Anwendbarkeit unabhängig von einer realen Notlage ebenfalls imens wichtig, sonst könnte ich mich auch ganz dem Yoga oder sonst einer "Gesundheitsgymnastik" oder Mediationsform widmen.

In meinen Augen verschwendet jeder seine Zeit, der eine Kampfkunst praktiziert ohne auf deren Anwendbarkeit zu achten. 

Um es mit Chen Xiaowangs Worten zu sagen:

Ein Profibasketballer fragt CXW auf einem Seminar, ob sich Taijiquan postitiv auf sein Basketball auswirkt, ob er sein Spiel damit verbessern kann. Darauf antwortet CXW: "Sicher! Taijiquan hat viele Elemente, die Dein Basketball verbessern können. Wenn aber richtig gut im Basketball werden willst, dann übe Basketball!"

 

 

   

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Rangeln um Macht

Geschrieben von: Gilbert am 23-06-2008 21:14

Rangeln ist für mich Kommunikation und Kontakt zu meinem Gegenüber. Und ich kann Dir nur Recht geben Bluemonkey, Macht ist ganz sicher ein Thema mit dem man sich in der Kampfkunst auseinandersetzt - bewußt oder unbewußt. Je mehr bewußt, desto besser für alle Beteiligten :roll

 

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Macht

Geschrieben von: bluemonkey am 23-06-2008 20:51

Angeregt durch ein Wochenendseminar:  
 
Wer sich mit Kampfkunst beschäftigt, beschäftigt sich vielleicht bewußt oder unbewußt mit dem Thema über andere Macht ausüben bzw. nicht der Macht anderer ausgeliefert zu sein.  
 
Rangeln macht natürlich Spaß :zzz und Kämpfen ist für Menschen etwas sehr Grundlegendes, das einen direkten Kontakt mit der Existenz ermöglicht.

 

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Rangeln

Geschrieben von: Gilbert am 21-06-2008 10:43

Mit der Kampfkunst ist es so eine Sache... ich gehöre auch nicht zur Speziels der Cage-Fighter. Da ist mir mein Körper dann doch etwas zu schade für. Ich mag Kampfkunst auch nur im geregelten Maße mit Menschen, denen ich vertraue. Ich will mich nicht unnötig verletzen. Ein blaues Auge ist kein Problem, aber eine unnötige Verletzung muss einfach nicht sein.  
 
Ich rangel mich gern mit Freunden und eben Menschen, die zumindest freundschaftliche Trainingspartner sind. Schlagen tue ich mich auch nicht, aus Prinzip.  
 
Dennoch mache ich eine Kampfkunst und die Auseinandersetzung mit allen möglichen Facetten des KAMPFES finde ich spannend! Ich betone alle mögliche Facetten mit dem Gedanken an meine Buchrezession, die ich dir wärmstens ans Herz lege. (bei dieser Gelegenheit nochmal danke an Reinhard) Trungpa: Der Mythos Freiheit und der Weg der Meditation. 8)

 

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Jaein.

Geschrieben von: miandres am 20-06-2008 14:25

Ich weiß, der Artikel ist schon älter. 
Aber über manche Dinge muß man nachdenken. 
 
Ich brauche durchaus mein tägliches Taiji. Ich habe auch bisher alle LehrerInnen abgelehnt wo zuviel Esoterik durchkam. Taiji ist eine Kampfkunst. Auch für mich. Dennoch lege ich keinen besonderen Wert auf die Ausübung als Kampfkunst. Ein Widerspruch? Ja. Es ist mir wichtig die Kampfkunst zu erlernen um sie gegebenfalls (lieber aber nicht) im Kampf einzubringen. Es ist mir aber nicht wichtig, einen imaginären Kampf zu führen, der lediglich aufzeigt wer der besser ausgebildete oder fortgeschrittenere ist. Aber soll ich nun wirklich deshalb dem Taiji Tschüss und einem Meditationskurs Tach sagen? Bei mir endet ein Kampf mit Aufgabe oder Knockout des Gegners. Taiji ist eine Kampfform die mir eine dritte Möglichkeit eröffnet, dem "leerlaufen" lassen. Letzteres finde ich einfach zu faszinierend, als das ich darauf verzichten möchte. Und um das klarzustellen ich übe Taiji nicht nur deshlab so gerne aus. 
 
Soviel, als kurzes Statement meinereiner (Taiji-Änfänger). 
Gruß 
Michael

 

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Nicht Deiner Meinung

Geschrieben von: Gilbert am 09-06-2008 08:07

Also da kann ich mich gar nicht Deiner Meinung anschließen.  
 
Er spricht nur Punkte an, über die wir uns selbst schon gemeinsam unterhalten haben, und die Du, soweit ich mich erinnere, gar nicht viel anders siehst... 
 
Sicher, er hat was gefunden, und ist davon überzeugt, noch dazu ist er Chinese. Die sind ja sehr Linienverbunden.  
 
Dennoch sind die Punkte nicht von der Hand zu weisen, finde ich. Klar mit bedacht und sorgfalt zu lesen, und eine eigene Meinungsbildung ist unabdingbar, aber das gilt ja global.

 

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