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Chögyam Trungpa PDF Drucken E-Mail
Freitag, 20. Juli 2007

Chögyam Trungpa
„Der Mythos der Freiheit und der Weg der Meditation.“
Eine Einführung in den tibetischen Buddhismus.
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Chögyam Trungpa setzt sich in seinem Buch mit dem Prinzip der Meditation an sich auseinander, nicht mit einer spezifischen Meditations-Methode. Aus eben diesem Grund ist sein Buch, im Kontext von www.taiji-netzwerk.de, von ganz besonderem Interesse, da wir ebenfalls am Prinzip interessiert sind, nicht an einem Stil bzw. Methode.

Über Meditation gibt es mindestens doppelt so viele Bücher, wie es Meditationsarten gibt. Nun sind die Arten der Meditation schier unbegrenzt. Das liegt wohl daran, dass sich Meditation nach dem Menschen richtet, und nicht jedem Ego ist mit einem bestimmten Weg gleich gut beizukommen. Letztlich ist die Art der Meditation, die Methode, ja nur ein Weg das Ego dazu bewegen, sich selbst auszuschalten ohne es zu realisieren. Das ist ein sehr kniffeliges Vorhaben, da unser Ego einen starken Willen hat, sich selbst zu erhalten. So ließt es sich auch in Trungpas Buch.

Chögyam Trungpa plädiert in seinem Buch für Einfachheit. Einfachheit im Wesen,  Einfachheit in der Einstellung zur Meditation und in der. Je einfacher, desto besser. C.T. stellt auf diesem Weg wichtige Grundlagen des tibetischen Buddhismus dar.

Das religiöse Oberhaupt des tibetischen Buddhismus, der im Exil lebende Dalai Lama, trägt ganz bescheiden den Friedensnobelpreis. Mit der damit einhergehenden Popularität macht der Dalai Lama auf die Unterdrückung von Tibet, seiner Heimat, aufmerksam. Darüber hinaus, wesentlicher und wichtiger, hilft der Dalai Lama vielen Menschen auf ihrem Lebensweg, indem er spirituelle Grundlagen in einer verständlichen Sprache zugänglich macht.

Aufmerksamkeit ist ein wesentliches Element auf dem Weg der Meditation. Trungpa plädiert, entgegengesetzt zur landläufigen Meinung in der „Szene“, dafür, den Gedanken durchaus Aufmerksamkeit zu schenken. Die Meditation stellt den Raum dafür. Ein Raum, der sich mit zunehmender Praxis immer mehr weitet. Damit ist immer mehr Raum für die Gedanken da. Irgendwann, da sie endlich den Raum haben sich zu entfalten, ohne das explizit daran festgehalten wird, ohne das sie explizit verdrängt werden, verlieren die Gedanken ihrer Kraft. Analog einer Yang-Energie, die am Höhepunkt angekommen, sich langsam in Yin verwandelt. Letzten Endes sind Gedanken nichts anderes als Löwengebrüll des Egos.  Auch das Ego verliert sich irgendwann in den Weiten des Raumes, den wir mit Meditation schaffen.

Trungpa steht für Entmystifizierung der Übung ein, ein wesentliches Element auch im Taiji! Gongfu – bitter essen/harte Arbeit – ist das einzig wahre Geheimnis im Taiji. Und wie von Trungpa beschrieben, ist die tägliche Übung der Schlüssel zum Erfolg. Auf Umwegen wird so auch klarer, warum die tägliche Übung so hoch geschätzt wird, und als wichtiger erachtet, als exzessives aber unregelmäßiges Training.

Die tägliche Übung schafft Raum für das Ego und Langeweile. Raum für das Ego, sich bis über den Zenit zu entfalten, um dann Stück für Stück sich an sich selbst zu erschöpfen. Langeweile um sich nicht wieder in Mystifizierung, in Bestätigungen des Egos, zu verfangen.

Einfachheit, um darauf zurückzukommen,  ist auch im Taiji ein ganz wesentliches Konzept. Taiji ist eine meditative Praxis. Meditation ist im Taiji sowohl als explizite Methode integriert, im Chen-Stil die Sitzmeditation, als auch in den Bewegungen des Taiji an sich. Sowohl in der meditativen Praxis, als auch in der Übung selbst, ist letztlich alles auf Einfachheit ausgerichtet, auch wenn das, in nach außen kompliziert anmutenden Bewegungen, nicht leicht zu erkennen ist. Doch alle Bewegungen sind ganz leicht, wenn man das Prinzip verinnerlicht hat. Insofern ist das Buch von Trungpa sowohl für den Meditierenden als auch für den gewöhnlichen Taiji-Spieler von großem Interesse, der Unterschied ist sowieso nur theoretischer Natur.

Ein Plädoyer für Einfachheit, Langeweile und Entmystifizierung, das Ganze ganz unspektakulär, ganz einfach.

Das Buch ist für jeden, der sich mit Meditation auseinandersetzt, eine unbedingte Bereicherung. Unabhängig von spezifischen Methoden hilft es dem Meditierenden auf dem Weg - und auf den Weg.