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Sommercamp08 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Gilbert Plugowski   
Samstag, 16. August 2008

Sommercamp in Lüdinghausen

Camps gibt es mittlerweile viele! Auf 17 Jahre Tradition können jedoch die wenigsten zurück sehen! Tradition ist per se noch kein Qualitätskriterium, bestenfalls ein Indiz für gleich bleibend hohe Nachfrage und Kontinuität im Angebot. Beides zwei Indizien, die schon eine gewisse Ausdruckskraft haben. Die beiden Punkte möchte ich auch gleich detailliert ausführen:

  1. Kontinuität

Gerhard Milbrat ist ein in Deutschland und Asien anerkannter Tang Lang (Gottesanbeterinnen Gong Fu) und Chen Taijiquan Meister. Jeder der beiden Meister Titel ist für sich genommen schon eine Rarität, für einen Europäer. Anerkannter Meister, das heißt mit offizieller Prüfung und traditioneller Meister- Prozession, gibt es sehr wenige. Das spricht für sich...

Für mich macht einfach die Kombination seiner Interessen (Taiji, Tang Lang, Qi Gong und Esoterik) die Faszination aus. Dabei verliert er sich aber nicht, sondern geht sehr gezielt seinen Weg und versteht es die Eindrücke aus den unterschiedlichen Bereichen zu seinen Gunsten und letztlich zu Gunsten seiner Schüler einzusetzen. Die hohe Qualität seines Unterrichts ist für mich unbestreitbar auf jahrzehntelange Trainings- und Trainererfahrung zurückzuführen. Ich schätze seine großen didaktischen Fähigkeiten und sein großes Wissen Taiji-Bewegungen in Anwendungen zu übertragen. Das macht sein Taiji für mich lebendig! Ich habe ihn als sehr ausgewogenen, sehr fürsorglichen Lehrer kennen gelernt, der sehr behutsam und doch mit großem Nachdruck vorgeht. Er hat einen hohen Anspruch an sich und andere, eine strikte traditionelle Orientierung, ohne dabei verbohrt zu werden.

  2. Nachfrage

Ein wenig Flowerpower Style, jede Menge Trainingsschweiß, viel Herz und Engagement und den Willen über den Tellerrand hinaus zu sehen. Viele der Teilnehmer sind schon seit vielen Jahren dabei. Man fühlt sich wie in einer großen Familie und wird sofort aufgenommen. Eine Aufwärmphase gibt es nicht – mittendrin statt nur dabei! So konnte ich für mich viele Kontakte knüpfen und vielleicht sogar die eine oder andere entstehende Freundschaft! Ich freue mich auf das nächste Jahr!

 3. Training

Das Training ist in zwei Trainingseinheiten a 3 Stunden aufgebaut. Dazwischen drei Stunden Mittagspause. Der Trainingsrhythmus ist mir sehr vertraut, denn in Korea habe ich im Taekwondo Team der Poomsaeng Highschool ebenfalls so trainiert. Seit dem halte ich alle längeren Trainingsaufenthalte in einem diesem Schema angelegten Trainingsrhythmus. Ich halte das für sehr intelligent dem Körper genug Zeit zur Regeneration zu lassen. Morgens wird sehr ausführlich die Zhan Zhuang und Reeling Silk geübt. Gerhards Korrektur in der stehenden Säule war sehr feinfühlig und weniger auf Kompression ausgerichtet, wie ich es von Michael Schaaf kenne. Morgens wird neben Zhan Zhuang und Reeling Silk noch Laojia Yilu geübt. Nachmittags Waffen und Tui Shou. Morgens, vor der ersten Trainingseinheit gibt es eine Morgengymnastik (Luhan gong oder vergleichbares). Abends, nach dem Abendbrot, treffen sich viele noch und üben ohne Anleitung noch ein wenig.

4. Rahmenbedingungen

Das Wetter ist entscheidend! Wenn es viel regnet macht das Camp wirklich keinen Spaß, denn es wird gezeltet und trainiert wird im Park. Der Zeltplatz bietet allen notwendigen Komfort – ohne besondere Hygiene... Ein großes Zelt macht viel Sinn. Besonders ein Vordach und ein gutes Durchlüftungssystem finde ich wichtig. Mein geliehenes Iglu-Zelt hat mich schier in den Wahnsinn getrieben. Zu wenig Platz, keine Durchlüftung, zu niedrig und kein Vorzelt. Das Essen fand ich ziemlich gut und reichlich. Mittagessen wird geliefert. Frühstück und Abendbrot wird von einem rotierenden Küchendienst gerichtet.


Zusammenfassung:

Hingehen, mitmachen, Spaß haben!

Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 10. September 2008 )