Chen Shi Taijiquan
Tempelpark
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| Geschrieben von Administrator | |
| Mittwoch, 18. Juli 2007 | |
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Rahmenbedingungen
Das Training findet im Wohlerspark statt, einem ehemaligem Friedhof. Der Friedhof ist in einen sehr idyllischen Park umgewandelt worden, der eine tolle Atmosphäre ausstrahlt.
Der Tempelpark, wie er von den Taiji-Übenden genannt wird, lbefindet sich im Stadtteil Altona,,nur einen Katzensprung von der Reeperbahn entfernt. Ich habe St. Pauli als sympatischen, sehr lebendigen Multi-Kulti-Stadtteil erlebt. Die vielen kleine Läden gefallen. Hamburg ist eine Weltstadt, schon alleine der Hafen sorgt dafür. Ich denke Hafenstädte hatten schon immer ihren ganz eignen Charme. So hat mir Hamburg an sich auch sehr gut gefallen, wenn ich auch nicht sehr viel davon gesehen habe. Ein Wohlfühlgefühl hat sich aber durchaus eingestellt. Das Training fängt an, wenn die Sonne aufgeht, und endet mit dem Untergang selbiger. In diesen Zeiten steht es jedem frei zu kommen und zu gehen, wie es ihm passt, wie es Physis und Psyche zulassen. Das Training erfolgt schweigend. Gemeinsames Üben ist prinzipiell nicht gewünscht, Partnerroutinen außen vor. Montag bis Donnerstag, um jeweils 16 Uhr, findet ein gemeinsames, einstündiges Training statt. Das Training leitet entweder Jan Silberstorff persönlich, oder in Vertretung Frank Markquart. Hier werden jeweils Schwerpunkte herausgepickt und geübt, können Fragen gestellt werden und es werden Korrekturen vorgenommen. Die Korrekturen von Jan sind irgendwie ganz und gar nicht Taiji. Sie sind nicht entspannend, nicht gemütlich, nicht beruhigend. Sie sind vor allem fordernd - und schmerzhaft. Damit ist auch Position der WCTAG klar. Wer es esoterisch gemütlich will, ist hier irgendwie falsch. Wer aber funktionierendes Handwerkszeugs einer inneren Kampfkunst lernen will, bei der Kampfkunst nicht nur Modename, sondern wortwörtlich Programm ist, der kann es mit viel Schmerz, Geduld und ein paar Jahren Zeit verdammt weit bringen und muss sich dann ganz sicher hinter niemanden verstecken, wenns irgendwo mal kracht. Überzeugen kann man sich an einigen überaus fähigen Schülern von Jan, die im Park trainieren, sowohl zu finden unter denen, die in Tempelpark zuhause sind, wie Benjamin, oder jenen, die aus dem gesamten Bundesgebiet zeitweilig anreisen. Das „Zentrum“ ist eher als eine WG zu betrachten, es gibt einen sehr gut bestückten Leseraum, mit einigen echten Juwelen der Welt- und Fachliteratur, der Begriff „Bibliothek“ scheint mir doch etwas hoch gegriffen.. Zwei miteinander verbundene Übungsräume, ein Bad, eine Toilette und die Küche. Die Übernachtung kostet 10 Euro/Nacht, bzw. 250 Euro für den ganzen Monat Die Küche ist der zentrale Dreh- und Angelpunkt. Erstens sind alle ständig hungrig, weil: Wer hart trainiert darf auch ordentlich zulangen. Zweitens sind die anderen Räume nicht zweckzuentfremden. So darf vor allem im Leseraum nicht gegessen und getrunken werden, das gilt eigentlich auch für die Übungsräume. Auch gibt es außerhalb der Küche keinerlei Stauraum. Ab 3 Personen wird es daher in der Küche sehr ungemütlich, weil man über Kleider, Rucksäcke und Luftmatratzen zu stolpern beginnt. Ein ordentliches Regal oder ein kleiner Schrank wäre goldwert. Ein Set Töpfe sollte dringend angeschafft werden und vernünftige Sitzgelegenheiten täten der Gemütlichkeit sicher keinen Abbruch. Daher rufe ich zu einer Spendenaktion auf: Wer noch etwas Kochutensilien (hptsl. Töpfe) über hat, und demnächst im hamburger Raum ist, sollte nicht scheuen, sie dem Zentrum zu spenden. Unzählige Chen-Brüder und -Schwestern werden es Dir danken. Du hast noch ein Regal über, einen gut erhaltenen Stuhl/Sessel? - sprech doch mal mit Jan. Er wird sich sicher freuen. Oder aber Du kannst eine kleine Summe opfern - vielleicht 2 Euro, oder 5 oder wieviel auch immer? Dann kann man das Zentrum damit verschönern. Denn: Wenn 100 großzügige Personen je 2 Euro spenden, könnten schon 2 schöne Stühle angeschafft werden, und ein Set Töpfe. Sprech hierzu einfach mit Jan.
Mein TrainingTrainiert habe ich nicht den ganzen Monat, sondern 3 Wochen. Leider war die vierte Woche weder Jan noch Frank in Hamburg, und somit fand auch kein geleitetes Training im Park statt. Insgesamt habe ich dann aber doch fast fünf Wochen trainiert, denn bevor ich in Hamburg war, habe ich eine Woche in Dresden trainiert, im dortigen „großen Garten“, und nach Hamburg habe ich noch eine Woche in Karlsruhe im Schlosspark trainiert und Abends bei Michael Schaaf, Sasa Krauter und Matthias Wimberg. Mein Training habe ich gestaffelt. In der ersten Woche (Dresden) habe zwischen 2-4 Stunden/Tag trainiert. In der ersten Woche Hamburg ca. 4 Stunden täglich. In der zweiten und dritten Woche Hamburg dann 6 Stunden (täglich 2 x 3 Stunden). In der fünften Woche (Karlsruhe) wieder 3-6 Stunden/Tag, inkl. 3 x Wochentraining bei Michael (Chen, 3 Stunden) und Sasa (Chen, 1,5 Stunden) und Matthias (Yang, 1,5 Stunden). Der Park in Hamburg ist sehr schön, und beschaulich. Die Atmosphäre des Parks ist außerordentlich für ernsthaftes Training geeignet. Schwierig ist der, von Zeit zu Zeit, relativ hohe Lärmpegel (Kinder). Am schönsten ist das Training daher in den frühen Morgenstunden, wenn der Park noch wirklich leer ist. Dann kann man die ganze Atmosphäre des ehemaligen Friedhofs in sich aufnehmen. Das war wirklich wunderbar – friedlich – entspannend. Die Schüler im Park sind größtenteils jung (Eine Stammgruppe ist zwischen 20-30) oder jugendlich geblieben. Durch die Bank sehr nett und meist hilfsbereit. Alle im Park sind sehr ambitioniert und zielstrebig, und auch schon die Jungen können ein sehr hohes Niveau vorweisen. Und was noch wichtiger ist: Es zaubert keiner! Alles ist down-to-earth. Kein Esoterik-Schnickschnack, ohne dabei die philosophischen/energetischen Grundgedanken zu verleugnen.
Voraussetzungen
Als Anfänger ohne sportliche Vorkenntnisse (Leistungssport irgendeiner Art) ist es glaube ich sehr schwer im Tempelpark fuß zu fassen. Es bedarf schon einer gewissen Trainingserfahrung (NICHT taiji-spezifisch, sondern körperbezogen) um seine eigenen Grenzen zu kennen. D.h. dass man sich weit genug fordert, sprich das Maximum rausholt, gleichzeitig aber darauf achtet sich nicht zu überlasten, was dann ganz schnell in Verletzungen und Motivationsabfall enden kann. Der Tempelpark stellt insofern für Anfänger eine besondere Herausforderung dar, als das der Anteil an geleitetem Training verschwindend gering ist. So ist das Übungsreportoir meist noch zu gering, um ein sinnvoll abwechslungsreiches Training zu gewährleisten. Das führt dann leicht zu Frust. Abschauen und Fragen stellen ist nicht gewünscht. Das klingt im ersten Moment sehr arrogant, kann aber aus zwei Perspektiven heraus genau beleuchtet werden.
Auswirkungen
Ich denke schon, ich kann sagen, dass ich sehr viel gelernt habe. Die halbe Form in 10 einstündigen Einheiten. Das ist ok, denke ich! Der Trainingseffekt war enorm, ich habe einen guten Sprung nach vorne gemacht. Die Muskulatur zeigte deutliche Ansätze einer Kräftigung. Das körperliche Wohlbefinden war auf dem Höhepunkt, und es waren jede Menge Lern-Ansätze gesetzt. Für mich war gerade der zweite Punkt, nämlich der Retreat-ähnliche Charakter besonders angenehm. Das ist etwas gewesen, dass ich mir schon seit gut und gerne 12 Jahren gewünscht habe. Nun habe ich einen ersten Schnupperkurs davon erhascht und weiß sicher, dass ich damit umgehen kann – ja, dass ich es gerne mag und es mir gut tut. Ganz sicher werde ich in diese Richtung noch häufiger vorstoßen. Ich habe die Zeit sehr genossen, in der ich reichlich wenig Ablenkung hatte. Nur Training an Dir selbst, mit Dir selbst, und abends dann noch ein wenig Austauschen, gelegentlich mal ein Filmchen schauen in der Taichi-WG, bzw. dem „Zentrum“. Das gibt herrlich Raum, sich in sich selbst zurückzuziehen. Wünsche, Begierden, Stress, Anforderungen, Karriere und Verantwortungen zumindest vorübergehend abzustreifen. Und ja: Es verändert ungemein. Die Veränderungen passieren, wie das Training an sich, ganz im Stillen. Sie schleichen sich heimlich ein, sind aber dennoch auch nach einem 3 Wochen Training schon deutlich spürbar. Allerdings mit einem Verzögerungseffekt, der sich irgendwann im Alltag zeigt. Mehr innere Gelassenheit, mehr Ruhe. Für mich war wichtig: Besser zu wissen, was ich will – oder umgekehrt – was ich nicht will. Zu wissen, dass ich durchaus in der Lage bin hart für meine Ziele zu arbeiten. Generell ist jeder Zeitraum sinnvoll, aber Ambitionierte sollten schon mindestens zwei Wochen Zeit mitbringen, schön ist ein ganzer Monat, wunderbar ein viertel Jahr, super ein halbes Jahr und ein ganzes Jahr kann schon fast Berge versetzen. Letztlich ist aber die Intensität des Trainings entscheidend, nicht die Zeitspanne des Aufenthalts. Daher ist eine wohlüberlegte Planung des Aufenthaltes zu empfehlen. Eine Absprache mit Jan, dem eigenen Trainer/in und Zielsetzungen für sich selbst helfen ganz bestimmt den Trainingseffekt zu maximieren. Wichtig ist vor allem: Sprecht das Training mit Jan bzw. Frank ab. Da beide gut ausgebucht sind, kann es durchaus mal sein, dass ein Training im Park für eine ganze Woche oder länger ausfällt, ärgerlich, wenn dass dann genau da ist, wo man selbst sich mühevoll nach Hamburg geschleppt hat. Das Abendtraining in Hamburg ist sicher auch sehr empfehlenswert. Ich persönlich habe dann aber, auch aus Kostengründen, darauf verzichtet. Ohnehin fand ich 6 Stunden Training täglich mehr als ausreichend. Letztlich bin ich nur Anfäger (ca. ½ Jahr Chen-Training vor dem Aufenthalt im Park) und da soll man es bekanntlich nicht übertreiben.
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| Letzte Aktualisierung ( Montag, 19. Mai 2008 ) |